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Viele Sprachen, ein Memory - Mehrsprachigkeit an der Schule an der Victoriastadt
Wie viele Sprachen werden eigentlich an unserer Schule gesprochen? Und wie heißt „Katze“, „Haus“ oder „Sonne“ in den verschiedenen Sprachen unserer Schulgemeinschaft?
Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler im Rahmen eines besonderen Projekts: Gemeinsam entstand ein mehrsprachiges Memory, das die sprachliche und kulturelle Vielfalt an unserer Schule sichtbar macht.
Von der Idee zum eigenen Memory
Das Projekt wurde durch ein Kurs über Sprache und Kommunikation im Rahmen des Soziale Arbeit Studiums an der HSAP initiiert. Zunächst wurde gemeinsam überlegt, welche Sprachen in unseren Klassen und an unserer Schule gesprochen werden. Anschließend stellten wir die Idee in einigen Klassen vor und kamen mit den Kindern über Mehrsprachigkeit und unterschiedliche kulturelle Hintergründe ins Gespräch.
Die Schülerinnen und Schüler waren dabei selbst wichtige Mitgestalterinnen und Mitgestalter: Sie sammelten Wörter aus ihren Familien- und Herkunftssprachen und füllten Sprachen-Steckbriefe aus. Auf diese Weise konnten zahlreiche Sprachen und persönliche Erfahrungen in das Projekt einfließen.
Im nächsten Schritt wurden die Memorykarten gestaltet. Die Kinder beschrifteten die Karten mit den gesammelten Wörtern und malten passende Bilder dazu. So entstand nach und nach ein ganz besonderes Memory, das nicht nur zum Spielen einlädt, sondern auch die Sprachen unserer Schulgemeinschaft widerspiegelt.
Eine beeindruckende Sprachenvielfalt
Beim Projekt kamen Wörter aus einer großen Zahl verschiedener Sprachen zusammen – unter anderem aus dem Griechischen, Spanischen, Englischen, Französischen, Portugiesischen, Italienischen, Türkischen, Arabischen, Kurdischen, Persischen, Russischen, Ukrainischen, Vietnamesischen, Koreanischen, Tagalog, Swahili und Tigrinya.
Damit wurde sichtbar, was unsere Schule schon längst auszeichnet: Mehrsprachigkeit gehört zu unserer Schulgemeinschaft. Sie ist Teil der Lebenswelt vieler Kinder und bietet zahlreiche Möglichkeiten, voneinander und miteinander zu lernen.
Lernen beim Spielen
Das fertige Memory wurde natürlich auch gemeinsam ausprobiert. Dabei zeigte sich schnell, dass das Spiel weit mehr ist als eine klassische Gedächtnisübung.
Die Kinder sprachen Wörter nach, fragten neugierig nach unbekannten Sprachen und Schriftzeichen und verglichen unterschiedliche Wörter für denselben Gegenstand. Sie halfen einander und brachten dabei ihr eigenes sprachliches Wissen ein.
Fragen wie „Welche Sprache ist das?“, „Wie spricht man das aus?“ oder „Warum sieht das anders aus?“ wurden zum Ausgangspunkt für Gespräche über Sprache. Die Kinder entdeckten Gemeinsamkeiten und Unterschiede und lernten dabei auch die Familiensprachen ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler kennen.
Mehrsprachigkeit als Stärke
Ein wichtiges Ziel des Projekts war es, die sprachliche Vielfalt unserer Schule sichtbar zu machen und wertzuschätzen. Mehrsprachigkeit sollte nicht als Hindernis, sondern als Ressource und Stärke erfahrbar werden.
Das gemeinsame Erstellen und Spielen des Memorys schuf einen Lernraum, in dem verschiedene Sprachen nebeneinander Platz hatten. Die Kinder konnten ihr vorhandenes sprachliches Wissen einbringen, neue Wörter kennenlernen und miteinander vergleichen.
Dabei wurde deutlich: Schon ein einfaches Spiel kann dazu beitragen, Sprachbewusstheit zu fördern, Interesse an anderen Sprachen zu wecken und eine wertschätzende Haltung gegenüber sprachlicher Vielfalt zu entwickeln.
Die Kinder waren nicht nur Spielerinnen und Spieler, sondern gestalteten das Memory aktiv mit und brachten ihre eigenen Sprachen und Erfahrungen ein.
So ist ein Spiel entstanden, das unsere Schule ein Stück weit widerspiegelt: vielfältig, mehrsprachig und gemeinsam.
Denn Mehrsprachigkeit ist nicht nur ein Merkmal unserer Schülerschaft, sondern eine wertvolle Ressource für gemeinsames Lernen.